Die Steinwerke von Ankum sind Bauten von historischer Bedeutung

Heimatverein Ankum erhielt Besuch vom Kultur - und Heimatverein Holtershausen bei Einbeck.

 

Alle zwei Jahre organisiert der Kultur- und Heimatverein Holtershausen eine Busfahrt, die vom Vorsitzenden Marco Strohmeier ausgearbeitet wird. In diesem Jahr führte die Reise in die schöne Gemeinde Ankum im Osnabrücker Land. Die Fahrt stand unter dem Motto „ Reise in die eigene Vergangenheit“, denn Ankum wartet mit einer historischen Besonderheit auf: auf abgelegenen idyllischen Hofstellen befinden sich noch heute die besterhaltensten und zahlreichsten mittelalterlichen ländlichen Steinwerke in Deutschland. Und da sich ein solches Steinwerk auch 1385 in Holtershausen urkundlich nachweisen lässt, von welchem heute leider nur noch Mauerreste bestehen, hatte man in Ankum die Möglichkeit auf eine Zeitreise in die eigene Geschichte zu gehen.


Die Reisegruppe wurde vom ehemals langjährigen Vorsitzenden des Heimatvereins Georg Hummert empfangen und wurden über die geschichtlichen Hintergründe informiert. Nach der Besichtigung der großen Ankumer Kirche, die auch als Artländer Dom bezeichnet wird, und einem gemeinsamen Mittagessen, ging es zu zwei abgelegenen Hofstellen mit Steinwerken von Dr. Rainer Schulte-Geers in Ankum-Grovern und Alois Große Hamberg in Ankum - Westerholte. Die Besucher erfuhren dort von den heute noch aktiven Landwirten, wie groß ihre bewirtschaftete Fläche ist, was sie anbauen und welche Geschichte die einzelnen Höfe haben. Danach hatten die Gäste die Möglichkeit, die sich auf diesen Höfen heute noch befindlichen historischen Steinwerke zu bewundern, die sich in einem sehr guten Zustand befinden und sich dort idyllisch der Landschaft anpassen. Steinwerke wurden im Mittelalter als Speicherbauten und Zufluchtsstätten auf bedeutenden Hofstellen errichtet. Sie weisen eine typische Bauform mit wehrhaftem Charakter auf. In den Steinwerken, die meist über einen Kamin verfügten und mit manchen Hofstellen gar über einen Geheimgang zum Haupthaus verbunden waren, konnten die Bewohner im Falle eines Angriffes Schutz suchen und mehrere Tage ausharren, sowie sich durch Schiessscharten und andere Vorrichtungen verteidigen. In Ankum sind noch 9 dieser Steinwerke über die Jahrhunderte erhalten geblieben, die heute einen interessanten Einblick in das mittelalterliche Leben auf dem Lande vermitteln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kultur-und Heimatvereinsmitglieder Holtershausen vor dem Steinwerk auf dem Hof Alois Große Hamberg (ganz rechts Alois Große Hamberg) in Ankum - Westerholte

(Steinwerk Schulte-Geers):  das gut erhaltene und gepflegte Steinwerk auf dem Hof Dr. Rainer Schulte Geers in Ankum-Grovern.

Dr. Rainer Schulte-Geers berichtet über das historische Steinwerk und die Geschichte des alten Hofes.

Im Anschluss lud der Heimatverein Ankum die Gäste zu Kaffee und Kuchen ins Ankumer Heimathaus ein. Bei dem Heimathaus handelt es sich um ein Ackerbürgerhaus von 1789, dass der Ankumer Heimatverein liebevoll restauriert hat und heute für Feierlichkeiten und Veranstaltungen nutzt.

Abschließend bestand noch die Möglichkeit zum Spargel - und Erdbeerkauf auf dem Gemüsehof Stephan Schmidt, wo auch noch ein restauriertes Steinwerk besichtigt werden konnte.

Ein schöner Tag lag hinter den Teilnehmern, an dem man auch viel dazugelernt hatte, denn niemand konnte sich vor Beginn der Fahrt so recht vorstellen, um was es sich bei einem Steinwerk eigentlich genau handelt. Am Ende war man sich einig, dass es schade ist, dass ein solches Bauwerk in Holtershausen nicht vollständig erhalten geblieben ist und das man den berechtigten Vermutungen näher nachgehen sollte, ob nicht ein Teil der Brunser Kirche in seinem Ursprung auf ein Steinwerk zurückzuführen ist.